Alois Hotschnig auf Schloss Bruck - Juni 2006


Alois Hotschnig liest aus "Die Kinder beruhigte das nicht".

In neun Erzählungen untersucht der Schriftsteller Alois Hotschnig unsichtbare und wenig faßbare Qualitäten dessen, was gemeinhin als Realität gilt.

Wie in Versuchsanordnungen greifen die Texte, einmal Ich-Erzählungen, einmal auktoriale Beobachtungen, einzelne Besonderheiten des in konzentrierter, ohne jede Ausschmückung und Abschweifung gehaltener Weise geschilderten Geschehens heraus und tauchen alles, was sonst rundum geschieht, in das Licht dieser einzelnen Besonderheit:
So nimmt das gesamte Leben einer Familie nur unter dem Aspekt des jahrzehntelangen, unklaren und unbegründeten Ausbleibens eines Onkels Gestalt an,
oder eine Nachbarschaft in Seehäusern erscheint auf
gegenseitige Observationen, die zugleich gegenseitiger
Nicht-Beachtung entsprechen, fixiert.